Arthur Millers „Hexenjagd“

Zeitloses Drama um Macht und Fanatismus

 

Das Martin-Beck-Theater am New Yorker Broadway am 19. Juni 1953: Auf dem Spielplan steht The Crucible, das neueste Stück des Pulitzer-Preisträgers Arthur Miller. Der vierte Akt läuft, das Stück strebt seinem Höhepunkt entgegen, der Hinrichtung John Proctors, der sich als eine der wenigen Figuren des Dramas durch den bewussten und freiwilligen Gang in den Tod seine Integrität und Moral bewahrt hat. Trommelwirbel kündigt die Vollstreckung des Urteils an: Tod durch den Strang. In diesem Moment erhebt die sich das Publikum im Zuschauerraum schweigend von den Plätzen und verharrt mit gesenkten Köpfen in einer stillen Gedenkminute. Wie kam es zu dieser außergewöhnlichen Reaktion? – Zur gleichen Stunde wurde im fernen Kalifornien im legendären Zuchthaus Sing-Sing das Ehepaar Julius und Ethel Rosenberg auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Ihr Verbrechen: Spionage für die Sowjetunion – ein Vorwurf, der nie beweisen werden konnte und bis heute fragwürdig geblieben ist.

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